Stillen - gut für die Seele von Mutter und Kind...

Beim richtigen Stillen ist vor allem zu beachten, dass Ihr Euer Baby bald nach der Geburt anlegt und es danach
in regelmäßigen Abständen immer wieder anlegt.

In der ersten Stunde nach der Geburt ist der Saugreflex beim Neugeborenen besonders groß.

Mit drehenden Bewegungen des Kopfes nach beiden Seiten sucht das Baby oft schon auf dem Bauch seiner Mutter nach der Brustwarze.
Am Ziel angekommen, saugt es sie ein und dass erste Nuckeln beginnt.

 
Wichtig ist dieses  Anlegen deshalb, weil erst durch den Reiz des Saugens die Hormone ausgeschüttet werden, die die Milchbildung fördern.
Das Hormon, das für die Milchbildung verantwortlich ist, heißt Prolaktin.
Das Hormon das die Milch fließen lässt, hat den Namen Oxtytocin.

 
Zuvor sind zwar alle Milchgänge und -bläschen in der Brust gebildet, aber es gibt keine Milch auf Vorrat.
Wieviel Milch gebildet wird, hängt davon ab, wie häufig Ihr Euer Baby anlegt. Denn beim Stillen regelt die Nachfrage das Angebot.

Deshalb gilt:

Um die Milchmenge zu steigern, müsst Ihr Euer Kind häufiger anlegen.

In den ersten zwei, drei Tagen nach der Geburt bekommt das Baby die sogenannte Vormilch auch Kolostrum genannt.
Sie ist gelb und dickflüssig und enthält im Vergleich zur reifen Milch mehr Proteine, Mineralien und Vitamine, aber viel weniger Fett.

 
Vor allem aber versorgt die Vormilch das Neugeborene mit wichtigen Abwehrstoffen, die sein Immunsystem stärken
und die noch durchlässige Darmwand auskleiden.

Sie erleichtern die Verdauung und sorgt dafür, dass der erste Stuhl - das Kindspech - schneller ausgeschieden wird.

Und je eher das passiert, desto geringer wird die Gefahr einer Neugeborenen-Gelbsucht, weil die Stoffe, die eine Gelbfärbung der Haut
und Bindehaut bewirken können mit abgehen.

 
Obwohl das Neugeborene in den ersten Tagen nur wenig trinkt, reicht die Menge in den allermeisten Fällen völlig aus.

Dem widerspricht auch nichts, dass Neugeborene in der ersten Woche nach ihrer Geburt bis zu zehn Prozent ihres Geburtsgewichtes abnehmen.
Diese Geburtsabnahme ist normal und sollte keineswegs Anlass sein um dem Kind zusätzlich die Flasche zu geben.

Das Kind bekommt genügend, wenn es vom ersten Tag an regelmäßig an der Brust saugt.
Idealerweise sollte das Baby achtmal in 24 Stunden angelegt werden.

Je häufiger das Kind in der ersten Tagen angelegt wird, desto schneller bildet sich nach der Vormilch die Übergangsmilch
und desto problemloser ist der Milcheinschuss.

 
Etwa zwischen dem zweiten und vierten Tag beginnt die Brust dann mit der Bildung großer Mengen Milch.
Dabei werden die Brüste stark durchblutet, oft fühlen sie sich warm und schwer an.

Weil die Brustdrüsen vergrößert und hart sind, bereitet der Milcheinschuss etwas Schmerzen.

Die beste Linderung :

Kühlende Umschläge (Kühlakkus oder Topfenwickel) nach dem Stillen und häufiges, abwechselndes Anlegen.

Beim Anlegen ist nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die richtige Stillposition wichtig.

 
Viele Stillprobleme lassen sich durch die richtige Stillposition vermeiden.
 
Das Kind muss die Brustwarze erreichen können ohne den Kopf zu drehen.

Das Kind liegt ideal, wenn es ganz dicht, Bauch an Bauch von Ihnen gehalten wird.
Ohr, Schulter und Oberarm bilden eine Linie.
Wenn der Po des Kindes ganz an den Körper von Euch heran gezogen wird, hat es die Nase frei um zu atmen.
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